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Hornhautentzündung (Keratitis)

Hornhautentzündung (Keratitis)

Die gesunde Hornhaut (Kornea) ist ein klares Gewebe ohne Gefäße und wird durch den Tränenfilm umspült und ernährt. Als ein transparentes, gleichmäßig gewölbtes Fenster ist sie der wichtigste Teil des lichtbrechenden Augenapparats. Die Hornhaut eines Erwachsenen ist im Zentrum etwa 0,6 Millimeter dick, im äußeren Bereich etwa 0,8 Millimeter. Sie weist einen Durchmesser von etwa 11,5 Millimeter auf.

Die Hornhaut hat, wie die Linse auch, eine Brechkraft (ca. 43 dpt.) und trägt damit einen wichtigen Teil zum scharfen Sehen bei. Daher kann eine Entzündung, Verletzung, Vernarbung und Trübung der Hornhaut schwerwiegende Folgen haben.)

Unter dem Begriff Hornhautentzündung (Keratitis) werden verschiedene Erkrankungen der Hornhaut des Auges zusammengefasst. Die entzündete Hornhaut ist getrübt, das betroffene Auge ist lichtempfindlicher und sein Sehvermögen ist vermindert. Auch der Tränenfluss ist bei einer Hornhautentzündung häufig vermindert. Eine Hornhautentzündung verursacht meist schwache bis starke Schmerzen. Bei der so genannten Hornhautdystrophie oder Keratitis bullosa hebt sich die Hornhaut zudem blasenförmig ab. Die Bläschen können platzen und zu vermehrten Schmerzen führen. Eine leichte Hornhautentzündung, die durch eine Überlastung der Augen hervorgerufen wurde, kann sich durch Fremdkörpergefühl, Brennen und eine so genannte Asthenopie bemerkbar machen. Letzteres bezeichnet Sehstörungen sowie ein beeinträchtigtes Allgemeinbefinden, wobei die Beschwerden nachlassen, wenn die Augen entlastet werden.

Die Ursachen der Keratitis reichen von Infektionen mit Bakterien (u.a. Staphylococcus aureus, Pseudomonas), Viren (Herpes simplex) oder Pilzen (Candida albicans) über genetische Veranlagung bis hin zu Verletzungen oder Grunderkrankungen wie HIV oder Diabetes mellitus. Die Erreger können über kontaminierte Flüssigkeiten (Schwimmbad, Kontaktlinsen-Pflegemittel, …) oder mit Fremdkörpern ins Auge gelangen.

Verletzungen (ätzende Chemikalien, übermäßige UV-Einstrahlung, beispielsweise durch Schweißen ohne Schutzbrille oder Reflektion auf Schneefeldern (Keratitis photoelectrica) oder auch übermäßig lange Bildschirmarbeit (Austrocknen der Augen)), verschiedene Erkrankungen sowie angeborene Defekte (Lähmung des Nervus ophthalmicus (häufig angeboren, Keratitis neuroparalytica)), Hornhautdystrophie, meist bei Frauen im Alter von 30 bis 50 Jahren) können Ursachen für eine Hornhautentzündung sein, ebenso wie verschiedene Grunderkrankungen (z.B. Autoimmunerkrankungen, Diabetes mellitus)

Bestimmte Risikofaktoren können eine Hornhautentzündung begünstigen. Hierzu zählen zum Beispiel:

     
  • chronische Infektionen der okularen Adnexe (äußere Augenmuskeln, Augenlider, Tränenapparat)
  • Kontaktlinsen
  • Benetzungsstörungen, verminderter Tränenfluss
  • Medikamente, die Funktionen des Immunsystems unterdrücken (Immunsuppressiva)
  • Störungen des fünften Hirnnervs (Nervus trigeminus)
  • erweiterte Lidspalte mit unvollständigem Lidschluss (Lagophthalmus)
  • kontaminierte Flüssigkeiten (Schwimmbad, Augentropfen, Kontaktlinsenpflegemittel...)

Diagnostiziert wird die Hornhautentzündung mithilfe der so genannten Spaltlampe, mit der Strukturen im Auge sichtbar gemacht werden können - wie z.B. Trübungen, Gefäßwucherungen (Vaskularisationen) und Verletzungen. Darüberhinaus gibt der Schirmer-Test Aufschluss über die Menge der Tränenflüssigkeit und wird zur Diagnostik herangezogen, ebenso wie Abstriche oder Gewebeproben, die auf mögliche Erreger untersucht werden (Biopsie).

Heilt die Hornhautentzündung nicht von selbst ab, wird sie je nach Ursache zum Beispiel mit Antibiotika oder Antimykotika behandelt. Bei unerkannten und/oder unbehandelten Erkrankungen kann die entzündete Hornhaut dauerhaft geschädigt werden: Es können Narben zurückbleiben oder die Entzündung kann chronisch werden. Bei zu schweren Schäden kann eine Hornhauttransplantation notwendig sein.

Bei einer Hornhautentzündung wird die Therapie nach dem Auslöser ausgerichtet: Aufgrund der vielfältigen Ursachen kommen für eine unterschiedliche Behandlungsansätze infrage. - Handelt es sich um eine infektiöse Hornhautentzündung, werden je nach Erreger bestimmte Medikamente eingesetzt:

  • Durch Bakterien ausgelöste Hornhautentzündungen werden mit Antibiotika therapiert (zum Beispiel Doxycyclin, Cyprofloxacin, Tetracyclin)
  • Sind Viren die Ursache für die Hornhautentzündung, werden Virostatika eingesetzt (zum Beispiel Aciclovir, Trifluorthymidin)
  • Durch Pilze verursachte Hornhautentzündungen werden mit Antimykotika behandelt (zum Beispiel Nystatin, Fluconazol)
  • Haben Acanthamoeba zu der Hornhautentzündung geführt, werden Augentropfen zur Behandlung eingesetzt (wie Chlorhexidin oder Propamidin)

Ist die Hornhautentzündung durch eine verminderte Tränenflüssigkeit bedingt, können Tränenersatzmittel und Lidrandmassagen die Beschwerden lindern.

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